Ausweitung "Parkpickerl": Sachbezug bei Zurverfügungstellung eines Garagen- oder Abstellplatzes PDF Drucken E-Mail
Fachbereich Steuern und Rechnungswesen - labour law, social welfare law, payroll accounting
Arbeits- und Sozialrecht, Personalverrechnung
Geschrieben von: Mag. Martina Heidinger / Michael Nemetz   
Dienstag, 06. September 2016

Wenn ein Dienstnehmer sein Auto während der Arbeitszeit auf einen arbeitgebereigenen Garagen- oder Abstellplatz stellen kann, welcher im Bereich der Parkraumbewirtschaftung liegt, so ist ein Sachbezug in Höhe von 14,53 Euro monatlich anzusetzen. Mit 5.9 wurde das "Parkpickerl" auf den 18. Bezirk in Wien ausgeweitet, 2017 werden weitere (Teil-)Bezirke folgen. Alle Details zum „Garagen-Sachbezug“ finden Sie hier.

 

Immer mehr Zonen – nicht nur in Wien – werden zu flächendeckenden Kurzparkzonen erklärt. Dies führt dazu, dass Arbeitnehmer, die mit dem Auto in die Firma fahren, Parkscheine „lösen“ müssen. Doch einige Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern ein besonderes Service: Sie stellen den Dienstnehmern eigene bzw. eigens angemietete Garagen- oder Abstellflächen zur Verfügung. Doch wenn eine solche Abstellmöglichkeit im Bereich der Parkraumbewirtschaftung liegt, fällt ein Sachbezug in Höhe von 14,53 Euro monatlich (Stand 09/2016) an.

 

Wann liegt Parkraumbewirtschaftung vor?

Parkraumbewirtschaftung liegt dann vor, wenn das Abstellen von Kraftfahrzeugen auf öffentlichen Verkehrsflächen für einen bestimmten Zeitraum gebührenpflichtig ist. Die Gebührenpflicht muss zumindest teilweise innerhalb der Arbeitszeit des Dienstnehmers liegen. Außerdem gilt die Parkraumbewirtschaftung nur für Städte, die in der Sachbezugswerteverordnung angeführt sind.1

 

Ist der Sachbezug auch anzusetzen, wenn der Abstellplatz nur teilweise in der parkraumbewirtschafteten Zone steht?

Hier gilt es zu differenzieren.

  • Liegt der Abstell- /Garagenplatz innerhalb einer parkraumbewirtschafteten Zone und ist lediglich auf einzelnen angrenzenden Straßenabschnitten bzw. einzelnen Parkplätzen kostenloses Parken möglich, ist ein Sachbezugswert anzusetzen.
  • Kein Sachbezug ist anzusetzen, wenn ein gesamter das Gelände (Abstellplatz) umschließender Straßenzug keiner Parkraumbewirtschaftung unterliegt und das Abstellen dort zulässig und möglich ist.

 

Muss der Sachbezug bei allen Mitarbeitern angesetzt werden?

Nein. Ein Sachbezug liegt zwar bereits dann vor, wenn der Dienstnehmer berechtigt ist, einen arbeitgebereigenen Parkplatz zu benützen, aber dennoch gilt: Wenn ein Dienstnehmer kein Auto besitzt, oder explizit auf die Nutzung des Abstellplatzes verzichtet, ist kein Sachbezug anzusetzen. Die Kontrolle obliegt dem Arbeitgeber. Auch für Arbeitnehmer, die ihr Fahrrad, Moped oder Motorrad auf dem Parkplatz abstellen, ist kein Sachbezug anzusetzen.

 

Mindern Kostenersätze durch den Arbeitnehmer den Sachbezugswert?

Ja. Leisten Dienstnehmer Kostenersätze, mindern diese den Sachbezug um die geleisteten Zahlungen. Ein über den Sachbezugswert gehender Kostenersatz führt allerdings nicht zu Werbungskosten auf Seiten des Arbeitnehmers.

 

Es zeigt sich, dass arbeitgebereigene Abstell-/Garagenplätze aus lohnsteuerlicher Sicht ein „Problem“ darstellen können. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich bitte an unsere Steuerexperten der SOT Wien.

 

1 Parkraumbewirtschaftete Zonen (Stand 09/2016 - ohne Gewähr): Amstetten, Baden, Bregenz, Dornbirn, Eisenstadt, Feldkirch, Graz, Innsbruck, Kapfenberg, Klosterneuburg, Klagenfurt, Krems, Leoben, Leonding, Linz, Mödling, Salzburg, St. Pölten, Schwechat, Steyr, Traun, Villach, Wels, Wr. Neustadt, Teile der Stadt Wien, Wolfsberg