Geschenketipp: Steuerfreie Zuwendungen an Mitarbeiter und Kunden PDF Drucken E-Mail
Fachbereich Steuern und Rechnungswesen - Steuern Allg
Geschrieben von: Gabriele Sprinzl / Michael Nemetz   
Montag, 07. November 2016

Die Weihnachtszeit ist nicht nur die Zeit der Besinnlichkeit, sondern in der Regel auch die Zeit um Mitarbeiter und Kunden mit kleinen Geschenken eine Freude zu bereiten. Prinzipiell sind Geschenke an Mitarbeiter steuerlich begünstigt, Geschenke an Kunden und Geschäftspartner hingegen nicht.

 

Geschenke an Mitarbeiter

Lohnsteuer fällt nicht an, sofern

  • das Geschenk eine Sachzuwendung ist, auch Gutscheine und Geschenkmünzen, die nicht im Barwert abgelöst werden können, zählen dazu. Ebenso Gold- und Silbermünzen wo der Edelmetallwert im Vordergrund steht. Auch Vignetten sind Sachzuwendungen, und
  • die Sachzuwendungen im Jahr pro Mitarbeiter 186 Euro nicht übersteigen, und
  • die Sachzuwendung keine individuelle Belohnung darstellt, sondern jedem Mitarbeiter zukommt.

Eine Betriebsveranstaltung (Weihnachtsfeier) muss nicht abgehalten werden, wenn eine solche dennoch durchgeführt wird, darf der gesamte Vorteil (Übernachtungen, Essen, Eintritte, usw.) aus allen kostenlosen Veranstaltungen 365 Euro jährlich nicht übersteigen.

 

Einkommensteuer

Die Aufwendungen für Geschenke und Weihnachtsfeier sind als „freiwilliger Sozialaufwand“ (Betriebsausgabe) abzugsfähig.

 

Umsatzsteuer

Prinzipiell gilt das Geschenk umsatzsteuerrechtlich als Lieferung, ausgenommen sind „kleine Aufmerksamkeiten“ bis zu einer 40-Euro-Grenze (netto) pro Mitarbeiter. Voraussetzung für die Umsatzsteuerpflicht ist, dass für das Geschenk ein gänzlicher oder teilweiser Vorsteuerabzug möglich war. Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer sind der Einkaufspreis bzw. die Selbstkosten.

 

Geschenke an Kunden und Geschäftspartner

Einkommensteuer

Geschenke an Kunden und Geschäftspartner sind prinzipiell nicht abzugsfähig. Werden Kunden oder Geschäftspartner Geschenke aus Gründen der Werbung überlassen, sind diese Kosten abzugsfähig, sofern die Geschenke geeignet sind, einen Werbewert zu erzielen (zB Kugelschreiber, Kalender, Kaffeetassen, Feuerzeuge, usw. mit dem Firmenlogo oder -aufschrift).

 

Umsatzsteuer

Kundengeschenke unterliegen prinzipiell der Umsatzsteuerpflicht sofern ein gänzlicher oder teilweiser Vorsteuerabzug möglich wäre. Ausgenommen sind Warenmuster oder Geschenke geringen Werts (Grenze 40 Euro netto pro Jahr und Beschenktem). Aufwendungen für geringe Werbeträger (zB Kugelschreiber mit Logo) sind vernachlässigbar und nicht in die 40-Euro-Grenze einzurechnen.

 

Für Kunden/Geschäftspartner gilt daher: „Echte Geschenke“ sind in aller Regel keine Betriebsausgabe und unterliegen der Umsatzsteuer, wenn die 40-Euro-Grenze überschritten wird.