Achtung: (Auslands-)Zahlungen elektronisch bis 28.2.2017 der Finanz melden! PDF Drucken E-Mail
Fachbereich Steuern und Rechnungswesen - Income tax
Einkommensteuer
Geschrieben von: Gabriele Sprinzl / Michael Nemetz   
Freitag, 10. Februar 2017

Unternehmer und Körperschaften des öffentlichen und privaten Rechts müssen dem Finanzamt bis spätestens 28.02.2017 im Kalenderjahr 2016 an natürliche Personen und Personenvereinigungen ohne eigene Rechtspersönlichkeit ausbezahlten Entgelte, welche diese außerhalb eines Dienstverhältnisses erbringen, elektronisch übermitteln. Außerdem müssen bestimmte Auslandszahlungen bis 28.2. gemeldet werden!

 

Meldepflicht nach §109a Einkommensteuergesetz (EStG)

Diese Regelung betrifft Zahlungen von Unternehmern und Körperschaften des öffentlichen und privaten Rechts, die an natürliche Personen oder Personenvereinigungen ohne eigene Rechtspersönlichkeit gehen, welche außerhalb eines Dienstverhältnisses erbracht werden. Es handelt sich beispielsweise um Leistungen als Aufsichtsrat, Stiftungsvorstand, Funktionär, selbständig Vortragender, Versicherungsvertreter und Privatgeschäftsvermittler oder um Leistungen, welche im Rahmen eines freien Dienstvertrages erbracht werden und der Versicherungspflicht nach § 4 Abs. 4 ASVG unterliegen.

 

Die Mitteilung muss folgendes umfassen:

  • Den Namen/die Firma
  • Wohnsitz/Sitz der Geschäftsleitung
  • Art der Leistung
  • Versicherungsnummer/Steuernummer des Empfängers

 

Ihrer Art nach gleiche Zahlungen sind zusammenzuzählen (zB mehrere Zahlungen an einen Vortragenden aus Vorträgen). Zahlungen wegen verschiedener Leistungen an einen Empfänger (zB eine Leistung als Vermittler und eine Leistung als Vortragender) sind immer gesondert zu melden (daher nicht zusammenzuzählen). Eine etwaige Umsatzsteuer ist ebenso anzugeben.

 

Die elektronische Meldung muss bis 28.2.2017 über die Statistik Austria oder über das System der Sozialversicherung (ELDA) erfolgen. Eine Mitteilung kann ausbleiben, wenn das Gesamtentgelt (inkl. Reisekostenerstätze) für ein Kalenderjahr EUR 900,- pro Empfänger nicht übersteigen. Aber Vorsicht: Das Entgelt für jede einzelne Leistung darf dabei EUR 450,- nicht übersteigen!

 

Meldepflicht nach §109b Einkommensteuergesetz (EStG)

Meldepflichtig sind auch Zahlungen ins Ausland, für bestimmte im Inland erbrachte Leistungen, sofern der Empfänger im Jahr 2016 mehr als 100.000 Euro dafür erhielt.

 

Folgende Leistungen sind von der Meldepflicht umfasst:

  • Entgelte für selbstständige Arbeit nach dem Einkommensteuergesetz, wenn Tätigkeit in Österreich erfolgte,
  • Leistungen aus der Vermittlung von in Österreich unbeschränkten Steuerpflichtigen, oder die Vermittlungsleistung bezieht sich auf Österreich, und
  • Entgelte für kaufmännische oder technische Beratung im Inland (physische Anwesenheit erforderlich).

 

Von der Meldepflicht ausgenommen sind:

  • Zahlungen, deren Gesamtbetrag im Kalenderjahr 100.000 Euro an einen bestimmten ausländischen Leistungserbringer nicht überstieg.
  • Zahlungen, die der österreichischen Steuerabzugspflicht unterliegen.
  • Zahlungen an eine ausländische Körperschaft, wenn die ausländische Steuerbelastung mehr als 15% beträgt.

 

Die Meldung umfasst folgende Daten:

  • Name oder Firma und Wohn- oder Firmenanschrift des Leistungserbringers;
  • ist eine Körperschaft oder Personengemeinschaft Leistungserbringer, ist der Name der im Inland auftretenden maßgeblichen Person anzugeben;
  • gibt es eine solche "maßgeblich auftretende Person" deren österreichische Steuernummer bzw. Versicherungsnummer, UID-Nummer oder Geburtsdatum;
  • internationale Länderkennung des Landes, in welches die Zahlung(en) erfolgte(n);
  • Höhe der Zahlung(en) und das Kalenderjahr der Zahlung(en).

 

Wird eine meldepflichtige Zahlung nicht bis 28.2.2017 über ELDA gemeldet, droht eine Geldstrafe von 10% des mitteilungspflichtigen Betrags (höchstens aber 20.000 Euro).