Firmenauto zur Privatnutzung: Was Sie beachten sollten PDF Drucken E-Mail
Fachbereich Steuern und Rechnungswesen - labour law, social welfare law, payroll accounting
Arbeits- und Sozialrecht, Personalverrechnung
Geschrieben von: Gabriele Sprinzl / Michael Nemetz   
Mittwoch, 15. März 2017

Bekommt der Dienstnehmer ein arbeitgebereigenes Kraftfahrzeug auch zur privaten Nutzung zu Verfügung gestellt, liegt darin ein Vorteil aus dem Dienstverhältnis. Somit ist ein Sachbezug anzusetzen, dadurch erhöhen sich nicht bloß die Lohnsteuer und die SV-Beiträge, auch die Lohnnebenkosten steigen. Einen Vorteil gibt es aber bei „ökologischen Autos“ und Geringnutzern.

 

Grundsätzlich 2% Sachbezug – weniger bei schadstoffarmen KFZ

Seit 2016 ist der anzusetzende Sachbezug an den Schadstoffausstoß des KFZ gekoppelt, grundsätzlich sind 2% der Anschaffungskosten (inkl. NoVA und USt) monatlich anzusetzen, maximal jedoch EUR 960,- (Anschaffungswert EUR 48.000,-). Bei schadstoffarmen Fahrzeugen verringert sich der Sachbezug auf 1,5% der Anschaffungskosten. Als schadstoffarm gilt ab dem 1.1.2017 ein CO2-Aussoß von max. 127g/km (Anschaffung 2016: 130g/km). Dieser Wert wird jährlich um 3g/km reduziert, im Jahr 2018 gelten Fahrzeuge mit einem Ausstoß von max. 124g/km (2019: 121g/km und 2020 und später 118g/km) als schadstoffarm.

Tipp: Maßgeblich ist immer das Jahr der Anschaffung. Wenn Sie daher heuer ein Fahrzeug mit einem CO2-Ausstoß von 126g/km anschaffen und einem Arbeitnehmer auch zur privaten Nutzung überlassen, dann profitieren Sie und er Arbeitnehmer sowohl 2017, als auch in den Folgejahren vom geringeren Sachbezug von 1,5%. CO2-neutrale Fahrzeuge, also reine Elektrofahrzeuge sind gänzlich vom Sachbezug ausgenommen.

 

Halber Sachbezugswert möglich

Werden im Jahresschnitt nachweislich weniger als 500 Kilometer pro Monat privat abgespult (privat ist auch die Fahrt Wohnung – Arbeitsstätte), beträgt der Sachbezug jeweils die Hälfte (Nicht-schadstoffarme KFZ: 1% / schadstoffarme KFZ: 0,75%). Die verminderte Nutzung ist nachzuweisen, in der Regel durch ein Fahrtenbuch, allerdings kommen auch andere Beweismittel in Betracht. Denn laut einer VwGH-Entscheidung ist es zulässig, dass Privatfahrten dadurch nachgewiesen werden, dass von der gesamten jährlichen Kilometerleistung die durch Reiseberichte nachgewiesenen dienstlichen Fahrten abgezogen werden.

Tipp: In der Regel ist das Fahrtenbuch das einfachste Beweismittel. Steht für einzelne Kalendermonate kein KFZ zur Verfügung, ist kein Sachbezug anzusetzen.

 

Mini-Sachbezug – kompliziert aber günstig?!

Verwendet der Dienstnehmer das Firmenfahrzeug nur äußerst selten für Privatfahrten, kann ein Sachbezug auf Basis der privat gefahrenen Kilometer angesetzt werden. Sollte sich nämlich aus der Multiplikation von privat gefahrenen Kilometern mal den in den folgenden angeführten Cent-Beträgen ein geringerer Wert ergibt als die Hälfte des halben Sachbezugs (also ein Viertel des vollen Sachbezugs), kann dieser geringere Wert angesetzt werden.

 

Bei einem grundsätzlichen Sachbezugswert von 2%

  • mit Chauffeur 0,96 Euro/Privatkilometer,
  • ohne Chauffeur 0,67 Euro/Privatkilometer.

 

Bei einem grundsätzlichen Sachbezugswert von 1,5%

  • mit Chauffeur 0,72 Euro/Privatkilometer,
  • ohne Chauffeur 0,50 Euro/Privatkilometer.

 

Es zeigt sich daher, dass es innerhalb der Berechnung von KFZ-Sachbezügen einige Optimierungsmöglichkeiten gibt. Wenn Sie Fragen dazu haben, wenden Sie sich bitte an die Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. .

 

 

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass in manchen Fällen ein Garagen- oder Firmenparkplatz einen Sachbezug darstellt. Mehr dazu finden Sie hier.