Schwerpunkt Spenden: Richtig absetzen – Worauf Sie achten sollten Drucken
Fachbereich Steuern und Rechnungswesen - Income tax
Einkommensteuer
Geschrieben von: Gabriele Sprinzl / Michael Nemetz   
Montag, 13. Februar 2017

In Österreich wird viel und gerne gespendet. Dieses monetäre Engagement wird belohnt, denn Spenden an „begünstigte Organisationen“ können bis zu einer gewissen Grenze steuerlich geltend gemacht werden. Wie viel und wem Sie – mit steuerlichem Vorteil – spenden können, lesen Sie hier.

 

Seit 2013 sind Spenden von Privatpersonen und Unternehmen bis zu 10 % der Einkünfte bzw. des Gewinnes des laufenden Jahres absetzbar. Doch wichtig ist, dass die Spende an einen sogenannten „begünstigten Spendenempfänger“ fließt. Dabei handelt es sich um Einrichtungen

  • die wissenschaftliche Forschung und Lehre betreiben,
  • mildtätige Zwecke
  • Zwecke der Entwicklungs- und/oder Katastrophenhilfe,
  • Umwelt-, Natur- und Artenschutz-Zwecke verfolgen oder
  • Tierheime betreiben

und Inhaber eines Spendenbegünstigungsbescheides sind oder waren.

 

Gesetzlich aufgezählte begünstigte Spendenempfänger

Darunter fallen:

  • Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen (z.B. Universitäten)
  • Museen
  • sowie die 4.000 Freiwilligen Feuerwehren und die Landesfeuerwehrverbände.

Diese brauchen keinen „Spendenbegünstigungsbescheid“, sie sind von Gesetz wegen begünstigte Spendenempfänger und tauchen nicht in der Liste begünstigter Spendenempfänger auf. Eine detaillierte Auflistung finden Sie am Ende dieses Beitrags.1

 

Nun vermag es kompliziert klingen, ob nun „meine Spende“ absetzbar ist – doch das Bundesministerium für Finanzen (BMF) macht es einem recht leicht. Denn unter dem Link „Liste begünstigter Spendenempfänger“ können Sie (ganz unten auf der Seite) nachprüfen, ob die Institution Ihrer Wahl im Kreis der begünstigten Spendenempfänger ist.

 

Für Arbeitnehmer – Wie mache ich meine Spende geltend?

Bis 2016: Arbeitnehmer machen Ihre Spende in der Arbeitnehmerveranlagung geltend, Unternehmer im Rahmen der Gewinnermittlung. Bis zur Veranlagung 2016 braucht es immer einen Nachweis der Spendenzahlung, also eine Bestätigung der Zahlung durch die Organisation. Die Belege sind jeweils 7 Jahre aufzubewahren.

Ab 2017 – „automatische Übertragung“: Seit 1.1.2017 müssen die begünstigten Spendenempfänger den Jahresbetrag der Zuwendung (unter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen) an das Finanzamt übermitteln. Sie müssen den Betrag daher nicht selbst in der Steuererklärung angeben. Dazu ist es aber notwendig, dass Sie der Empfängerorganisation Ihren Vor- und Zunamen und ihr Geburtsdatum (korrekt) bekannt geben.

 

Mögliche Probleme ab 2017 vermeiden

Da ab der Veranlagung 2017 der Steuervorteil grundsätzlich nur mehr zusteht, wenn die Daten automatisch übermittelt wurden, ist es ratsam, genau auf die Angaben bei der Spende zu achten. Eine korrekte Zuordnung Ihrer Spende durch das Finanzamt ist nur möglich, wenn Sie bei Ihrer Spende der Organisation ihren vollständigen Namen (wie er im Melderegister steht) angeben sowie ihr korrektes Geburtsdatum.

Ein Beispiel: Johann Sebastian Bach spendet an die „XY-begünstigte Organisation“, er gibt sein korrektes Geburtsdatum, den 31.3.1985 an, jedoch gibt er bei der Organisation an, dass er Hans Bach heißt. Da das Finanzamt keinen Hans Bach, 31.3.1985 kennt, ist die Spende nicht zuordenbar. Die Spende wird also nicht berücksichtigt.

 

„Anonymes Spenden“ weiter möglich – aber ohne Absetzbarkeit

Wer nun nicht will, dass das Finanzamt über die Höhe der Spenden informiert ist, der kann weiterhin auch „anonym Spenden“. Dazu reicht es, das Geburtsdatum auszulassen. Alternativ können Spender selbstredend der Spendenorganisation auch die Datenweitergabe untersagen.

 

Es zeigt sich also, dass das Spenden so seine Tücken hat. Bei Ihrer Spende sollten Sie daher darauf achten, dass das Finanzamt diese auch tatsächlich Ihnen zuordnen kann (eine Suche nach dem Spender von Amts wegen ist nicht möglich). Wenn Sie alles richtig machen, dann profitieren Sie aus steuerlicher Sicht.

 

 

 

 

1 Folgende Empfänger werden Kraft Gesetz aufgezählt und sind daher nicht in der Liste begünstigter Spendenempfänger aufzufinden:

 

Zuwendungen zur Durchführung von Forschungsaufgaben oder der Erwachsenenbildung dienenden Lehraufgaben sowie damit verbundenen wissenschaftlichen Publikationen und Dokumentationen an folgende Einrichtungen:

  • Universitäten, Kunsthochschulen und die Akademie der bildenden Künste, deren Fakultäten, Institute und besondere Einrichtungen
  • Stiftungen und Fonds nach dem BStFG (Bundes-Stiftungs- und Fondsgesetz) nach dem BStFG 2015 und vergleichbaren Gesetzen der Länder, wenn diese nicht auf Gewinnerzielung gerichtet sind, seit mindestens drei Jahren im Bereich der Forschungsförderung tätig sind und die Fördermittel im Wesentlichen an spendenbegünstigte Forschungseinrichtungen fließen
  • durch Bundes- oder Landesgesetz errichtete Fonds, die mit Aufgaben der Forschungsförderung betraut sind
  • die Österreichische Akademie der Wissenschaften
  • diesen Einrichtungen vergleichbare ausländische Einrichtungen mit Sitz in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem Staat, mit dem eine umfassende Amtshilfe besteht

 

Zuwendungen an folgende Einrichtungen:

  • die Österreichische Nationalbibliothek, die Diplomatische Akademie, das Österreichische Archäologische Institut, das Österreichische Filminstitut und das Institut für Österreichische Geschichtsforschung zur Durchführung der diesen Einrichtungen gesetzlich obliegenden Aufgaben
  • Museen von Körperschaften des öffentlichen Rechts
  • Museen von privaten Rechtsträgern, wenn diese Museen einen den Museen von Körperschaften des öffentlichen Rechts vergleichbaren öffentlichen Zugang haben und Sammlungsgegenstände zur Schau stellen, die in geschichtlicher, künstlerischer oder sonstiger kultureller Hinsicht von überregionaler Bedeutung sind. In einer Verordnung des Bundesministers für Finanzen werden im die Kriterien zur Beurteilung der überregionalen Bedeutung eines Museums festgelegt werden.
  • das Bundesdenkmalamt und der Denkmalfonds
  • die Internationale Anti-Korruptions-Akademie (IACA)
  • Freiwillige Feuerwehren (seit 1. Jänner 2012)
  • Landesfeuerwehrverbände (seit 1. Jänner 2012)