Steuerliche Eckpunkte des Arbeitsprogramms der Regierung Drucken
Fachbereich Steuern und Rechnungswesen - Steuern Allg
Geschrieben von: Gabriele Sprinzl / Michael Nemetz   
Montag, 06. Februar 2017

Das zähe Ringen der Regierung endete mit der Conclusio, dass weiter gearbeitet wird. Einige Eckpunkte wurden ausverhandelt, aus steuerlicher Sicht sind folgende Punkte sehr interessant:

 

Investitionen 2017 forcieren

Gewisse körperliche Anlagegüter (zB Maschinen, nicht aber Grundstücke oder PKW) sollen für Betriebe mit einer Mitarbeiteranzahl ab 250 Personen begünstigt werden. Dies insofern, dass eine vorzeitige Abschreibung in Höhe von 30% zustehen soll. Diese Maßnahme soll für Anschaffungen zwischen 1.3.2017 und 31.12.2017 gelten. Klein- und Mittelbetriebe profitieren ja bereits seit Anfang 2017 von der Investitionszuwachsprämie.

 

Beschäftigungsbonus

Unternehmen, die zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, sollen belohnt werden. Geplant ist eine Senkung der Lohnnebenkosten im Ausmaß von 50% in den ersten drei Jahren. Geplanter Start: 1.7.2017.

 

Ausgleich der „kalten Progression“

Ab 5% angefallener Inflation sollen die ersten beiden Tarifstufen (11.000 bzw. 18.000 Euro) automatisch angepasst werden. Geplanter Start: 1.1.2019.

 

Entgeltfortzahlung NEU für Mikrounternehmen

Der AUVA-Zuschuss für Betriebe mit maximal 10 MitarbeiterInnen soll künftig bei Krankheit eines Arbeitnehmers 75% betragen.

 

Vermeidung von Gewinnverschiebungen

Bis Ende Juni soll ein Maßnahmenpaket vorgelegt werden, um eine effiziente Besteuerung ausländischer Konzerne, vor allem im Online-Bereich, zu gewährleisten. Konkret geht es dabei um eine Ausweitung der Werbeabgabe auf den Online-Bereich bei gleichzeitigem Absenken des Steuersatzes.

 

Weitere Maßnahmen:

  • Die Forschungsprämie soll ab 1.1.2018 von 12% auf 14% angehoben werden.
  • Halbierung der Flugabgabe ab 1.1.2018
  • Mobilisierung des Stiftungsvermögens ab 1.9.2017 durch Stärkung der Einflussmöglichkeiten von Begünstigten, soweit der Stifterwille das vorsieht.

 

Die ordentliche Umsetzung dieser Maßnahmen bleibt abzuwarten. Wir halten Sie jedenfalls auf dem Laufenden.